Sacharow Entertainment und „Mini-Dlin“ Marionetten-Theater aus St.Petersburg inszenieren für Ruhrfestspiele 2011
Die Ruhrfestspiele sind dafür bekannt, dass sie ihre Zuschauer mit einem bunten und kaum zu übertreffenden Facettenreichtum verwöhnen. Nicht ganz so bekannt ist allerdings, dass die Ruhrfestspiele in einer sehr langen und faszinierenden Tradition wurzeln: Wegen der außergewöhnlichen Kälte des Winters 1946/47 drohte den Hamburger Theatern die Schließung, da ihnen an Kohle für die Beheizung und den Betrieb der Bühnenanlagen mangelte. Das Theatermilieu war also voll und ganz auf die Hilfe der Kohlenzechen angewiesen. Die Bergleute hatten das Risiko auf sich genommen und mehrfach Kohle illegal „vorbeigeschleust“. Mit der theatralischen Dankesgeste „revanchierten“ sich die Hamburger Bühnen im Sommer 1947, als sie unter dem Motto „Kunst gegen Kohle“ im Städtischen Saalbau Recklinghausen gastierten. Sehr berüchtigt ist die Rede zu den ersten Festspielen vom damaligen Hamburger Bürgermeister Max Brauer geworden: „Ich kann mir eine andere und neue Art der Festspiele vorstellen. Festspiele nicht nur für Literaten und Auserwählte, sondern Festspiele inmitten der Stätten harter Arbeit. Ja, Festspiele im Kohlenpott vor den Kumpels. Ja, Festspiele statt in Salzburg in Recklinghausen.“ Seitdem hat sich viel verändert, aber ihrem ursprünglichen Wesen sind die Ruhrfestspiele treu geblieben.
Neben Klassik, Moderne und Postmoderne lassen die Ruhrfestspiele auch Realisationsraum für das Innovative: Im Festival der Uraufführungen werden alternative und hochinteressante Neuentdeckungen im eigenen Theaterzelt vorgestellt. Im Juni 2011 präsentiert Sacharow Entertainment zusammen mit „Mini-Dlin“ Marionnetten-Theater das unvollendete Stück von Friedrich Schiller „Demetrius“.

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